Die Diamanten Jakutiens im Überblick !

 

Respublika Sacha (Jakutien)


Die einstige Autonome Sowjetrepublik Jakutien, die sich seit September 1990 Republik Sacha nennt, wird wegen ihrer Nordlage und der damit extremen Naturverhältnisse als Sibirien im Quadrat bezeichnet. Jakutien (der Name leitet sich von der hier ursprünglich ansässigen Bevölkerung, dem Volk der Jakuten, ab) liegt im Nordosten der Russischen Föderation (RF). Die Republik gehört politisch zur RF. Jakutien beansprucht ein Drittel Sibiriens, zahlenmäßig nimmt die Republik Jakutien etwa 3 Mio. km² ein.

 

Bevölkerung


Nur eine Million Menschen insgesamt leben hier, davon wird der Hauptteil durch Russen, Jakuten und Ukrainer dargestellt. In der Minderzahl sind die kleinen Völker des Nordens wie z.B. die Ewenken, Ewenen und Tschukshen. Viele der kleinen Völker haben nur noch wenige hundert Angehörige.

 

Klima


Das Klima ist streng kontinental. Hier sind die Winter extrem kalt (unter -60 Grad Celsius) während im Sommer Temperaturanstiege bis +40 Grad üblich sind. Der Sommer ist nur sehr kurz. Die großen Flüsse sind im Jahr nur fünf bis sechs Monate befahrbar. Die arktische Tundra im Norden ist besonders exotisch: Im Sommer geht die Sonne nicht unter, im Winter herrscht für Monate dunkle Polarnacht.

 

Geographie


Jakutien gehört geographisch zu Ostsibirien. Ostsibirien stellt die ausgedehnteste Region innerhalb der Russischen Föderation dar. Die gesamte Gegend ist nur dünn besiedelt. In Jakutien hat man erst einen kleinen Teil der Bodenschätze entdeckt, z.B. Kohle, Erze und Gold. Die ergiebigsten Goldlagerstätten der Russischen Föderation befinden sich in diesem Teil Sibiriens.

 

Diamanten


Bei Mirnij, Udatschnij und Ajchal baut man intensiv Diamanten ab, deren Förderung quantitativ wie qualitativ einen führenden Platz in der Welt einnimmt. Im Schnitt der Jahre 1991-1994 förderte Russland (zu über 99% aus Sacha/Jakutien) jährlich 13 Mio. Karat (1 Karat = 0,2 Gramm) Juwelierdiamanten, was einen Weltanteil von 17,7% bedeutet. Damit lag Russland (bzw. die Republik Sacha) auf Platz 4 unter den Förderländern.

 Die Mirnij-Pipe hat einen Durchmesser von 300 m und reicht bis in eine Teufe von 1400 m. Der Abbaukrater, Durchmesser etwa 1100 m, hat heute eine Teufe von 525 m erreicht. Der Tagebaukrater von Udatschnij, heute der leistungsfähigste der drei jakutischen Diamantenbetriebe, hat einen Durchmesser von 2000 m und ist 500 m tief. Die Abbauarbeiten werden auch im Winter bei Temperaturen in der Tiefe des Kraters bis zu -68 Grad Celsius nicht eingestellt. Tiefer als 500 m bei Mirnij und 600 m bei Udatschnij wird man mit der bisherigen Tagebautechnik nicht gehen können. Danach wird eine andere Methode angewandt werden müssen: Von einem senkrechten Parallelschacht werden in verschiedenen Teufen seitliche Strecken zur Diamanten-Pipe vorgetrieben. Bei Mirnij rechnet man mit einer Umstellung der Fördertechnik um das Jahr 2010, bei Udatschnij um 2015. Insgesamt geht man von einer Fortsetzung der jakutischen Diamantenförderung für weitere 40 – 50 Jahre aus.

 

Autoreninformationen und Literaturquellen


Eduard Dorn                                                                             Moskau, 07.04.2004

Eduard Dorn
Gösser Str. 15/17
8700 Leoben
Österreich

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 Literaturquellen:

 Kirillin, A. D. (1999) Mirovoj rinok almazov (Der Diamantenmarkt der Welt). Moskva.

 Wein, Norbert (1999) Sibirien. Gotha.